Journaling

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.

Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.

Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.

Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

(Talmud)

Dieses Zitat aus dem Talmud kennen wohl viele von uns. Mich begleitet dieser Text über die Macht der eigenen Gedanken schon lange und ich bin überzeugt davon, dass unsere Gedanken bestimmen wo uns unser Weg hinführt. Als ich den Text zum ersten Mal vor einigen Jahren in einem Seminar gehört habe, dachte ich mir: „Ok jetzt heißt es an meinen Gedanken zu arbeiten, sonst geht das Ganze nicht gut aus!“ Was auch immer das Ganze war und was auch immer nicht gut ausgehen sollte.

Kurze Zeit danach hörte ich, wie wichtig es ist, seine Ziele und Visionen klar zu kennen und sie stets im Blick zu haben – dabei hilft ein „Visionboard“. Dieses „Visionboard“ beklebt und beschreibt man mit seinen (vorwiegend materialistischen) Wünschen und Zielen und hängt es irgendwo hin wo man es täglich sieht. Danach arbeitet man ganz automatisch in Richtung eigene Ziele und Wünsche. Ich erinnerte mich wieder an die Stelle aus dem Talmud mit den Gedanken und den Zielen. Merkte, dass es nicht unbedingt darum gehen muss Schlimmes abzuwenden, sondern eher Positives herbeizuführen und erstellte ein schönes großes Visionboard. Ich hängte es auf meine Badezimmertür und als ich das erste Mal, seit dem das Visionboard hing, Gäste bei mir zu Hause hatte, ging es los: „Was ist das?“, „Warum wünscht du dir das?“, „Was hat das damit zu tun?“, „Wie willst du denn das erreichen?“, …! Ich musste plötzlich meine Ziele, Wünsche und Visionen rechtfertigen – kein schönes Gefühl! Was machte ich? Ja klar – ich hängte mein schönes Visionboard immer ab, wenn ich Besuch hatte und mit der Zeit hängte ich es nicht mehr auf. Kein Visionboard – kein Erreichen meiner Ziele und wie es dann mit dem Schicksal ausschaut darüber wollte ich wirklich nicht mehr nachdenken. Nebenbei bemerkt, ist das mit dem Schicksal ja auch so eine Sache, aber mehr dazu vielleicht ein anderes Mal.

Zeit verging und irgendwann stolperte ich zufällig über einen Artikel in dem es wieder einmal um das Erreichen der Ziele ging. Dieses Mal mit Hilfe von „Journaling“. Ich las den Artikel fertig und legte gleich los all meine beruflichen und privaten Ziele und Wünsche aufzuschreiben. Ich kam mir in meine Teenagerzeit als ich in mein Tagebuch bunt und mit vielen Stickern und Zeichnungen meine geheimsten Wünsche schrieb, zurückversetzt vor. Doch irgendwie gab ich nach geraumer Zeit wieder auf, da ich nicht viel Unterschied zwischen meinem „Visionboard“, das ich täglich anstarrte, erkannte. Gut, ich musste das kleine Büchlein in das ich schrieb nicht abhängen bevor ich Gäste hatte, aber so ganz klappte es nicht mit meinen Zielen.

Das Thema lies mich nicht los und ich recherchierte ein wenig und fand mehr über „Journaling“ und das konkretisieren von Zielen heraus. Der Grund, warum es zunächst nicht wirklich klappte war, dass ich mir nicht wirklich mit meinen Zielen auseinandergesetzt hatte. Ich musste mir zunächst überlegen was ich überhaupt erreichen möchte, wie ich mich dabei fühlen möchte und was ich überhaupt haben will und wie viel Geld ich verdienen oder haben möchte. Dabei zählten Antworten wie „weil ich dann glücklich bin…“ oder „weil ich dann viel Geld habe…“ nicht. Ich musste richtig tief gehen und mich fragen, was es für mich persönlich überhaupt heißt glücklich zu sein oder viel Geld zu haben, bzw. was ist überhaupt viel? So lange immer noch ein „Warum“ oder „Weil“ in der Antwort Platz hatte, wusste ich, ich bin noch nicht am Kern dieses Ziels.

Du musst deine Ziele so genau und klar konkretisieren, dir über das „Warum“ und „Wieso“ und „Weil“ 100 % bewusst sein. Benefit dieser ganzen Zielformulierung – am Ende kommt zusammengefasst vielleicht (oder ganz bestimmt) dein Lebensziel heraus. Du verbindest dich emotional mit deinen Zielen! An diesem Punkt wurde mir auch klar, warum mein „Visionboard“ nie funktionieren konnte, jeden Tag auf ein Bild oder einen Spruch zu schauen stumpfte mich irgendwann ab und es fehlte die emotionale Bindung zu meinen Zielen. Ganz zu schweigen von dem ganze Auf- und Abhängen! Als ich meine Ziele konkretisiert hatte und noch die ganzen Gefühle und Emotionen dazu gepackt hatte nahm das Ganze eine Dynamik an, die ich nicht mehr missen möchte.

Sobald du dir also über deine Ziele bewusst bist, geht es auch schon los mit dem täglichen Journaling. Dabei ist wichtig:

x Formuliere deine Ziele immer positiv. Wenn du zB. dein Minus auf dem Konto ausgleichen möchtest dann lautet dein Ziel nicht: Ich habe keine Schulden mehr. Sondern z.B.: „Ich habe so viel Geld auf der Seite, dass ich locker und leicht 20 €, 200€, … monatlich sparen kann.

x Formuliere deine Ziele immer so, als hättest du Sie schon erreicht. Wenn du z.B. in deinem Onlineshop mehr Bestellungen erhalten möchtest lautet dein Ziel: „Ich erhalte täglich, wöchentlich, … mind. 3, 10, … Bestellungen.“

x Formuliere deine Ziele so konkret wie möglich. Verwende keine Wörter wie regelmäßig, viel, häufig, … Gib alles soweit es geht in Zahlen, Monaten, Jahren, … an und setze bei Zahlen immer ein „oder mehr“ hinten nach, sonst schränkst du dich nur selbst ein.

x Verbinde deine Ziele auch immer mit deinen Emotionen. Wie fühlt es sich an, wenn du dein Ziel erreicht hast. Tauche in das Gefühl ein!

x Kontrolliere und aktualisiere deine Ziele. Erreichst du z.B. dein wöchentliches oder monatliches Umsatzziel schon ein paar Mal hintereinander, dann passe es an – erhöhe es! Die Arbeit an deinen Zielen ist nichts Statisches!

Probiere es aus – es wirkt! Erzähl mir von deinen Erfahrungen und wenn du noch Fragen zum Thema „Journaling“ hast – melde dich gerne bei mir und wir machen uns einen Termin aus!

Bettina

 

 

4 Antworten auf „Journaling“

  1. Montag 09:20 und ich bin fertig mit meinem Journaling. Das erste Mal und ich starte gerade so energiegeladen in den Tag. Danke auch für deine Tipps die du mir noch zusätzlich gesendet hast! Ich halte dich auf dem Laufenden.

  2. Servus! Ich habe in meiner Mittagspause eben deinen Beitrag hier über Journaling geslen… Ich hole mir heute nach der Arbeit noch ein Notizbüchlein und lege los.. Darf ich dir schreiben wenn ich meine ersten Ziele mal formuliert habe?

    Grüße, Miriam

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